Gäste- und Seminarhaus „Lehrlingsheim“
Seit dem Frühjahr 2009 hat der Kulturkosmos ein neues großes und aufwendiges Projekt begonnen. Es handelt sich dabei um den Bau eines Gäste- und Seminarhauses in unmittelbarer Nähe des Vereinsgeländes.
Grundgedanke
Der Kulturkosmos entwickelt seit über 10 Jahren auf dem Flugplatzgelände ein kulturelles Veranstaltungszentrum und betreibt dieses seit Anbeginn in bisher eingeschränktem Rahmen. Eingeschränkt deshalb, weil die Schaffung der baurechtlichen Rahmenbedingungen (Bebauungsplan), wenngleich im fortgeschrittenen Stadium, doch immer noch nicht abgeschlossen ist. Der Abschluss dieses Verfahrens ist jedoch bis Mitte 2011 angestrebt). Damit können wir zwar ein umfangreiches Raumangebot zur künstlerischen und kulturellen Nutzung anbieten, verfügen aber über keine Unterbringungsmöglichkeiten zur Beherbergung von Menschen, die diese Räume nutzen wollen. Wenn in den Sommermonaten die Unterbringung mitunter in Wohnwagen oder Zelten möglich ist, funktioniert dies vor allem für Jugendcamps, die in den Ferienmonaten auf dem Gelände stattfinden. Zu anderen Jahreszeiten und für andere Nutzer_innen fehlen dem Verein zur vollständigen Ausnutzung der vorhandenen Potenziale Unterbringungsmöglichkeiten.
Gästehaus
Vor diesem Hintergrund hatten wir seit Längerem den Bau von Räumlichkeiten zur Unterbringung von Nutzer_innen und Gästen geplant. Der ursprüngliche Plan zum zweistöckigen Ausbau des ehemaligen Kommandanturgebäudes wurde in dem Moment aufgegeben, als sich die Möglichkeit ergab, das ehemalige Lehrlingsheim der Schiffswerft Rechlin käuflich zu erwerben.
Das Objekt:
Das Areal liegt in freier Lage zwischen Rechlin und Retzow links der B 198.
Erbaut in den 1930er Jahren im Zusammenhang mit der militärischen Nutzung des Flugplatzes Lärz, wurde das damals einstöckige Gebäude nach dem Krieg bis Ende der 60er Jahre nur noch temporär genutzt. 1970 ging das Objekt an die Rechliner Schiffswerft und wurde großräumig und zweistöckig zu einem Lehrlingswohnheim umgebaut. Neben einer Hausmeisterwohnung bot das Haus nun Platz für die Beherbergung von 100 Lehrlingen.
Nach der Wende und mit dem Niedergang der Werft stand das Gebäude wieder leer und wurde dem Vandalismus überlassen. Das Gebäude ist bis zum Erwerb durch den Kulturkosmos im November 2008 eine Ruine und somit komplett sanierungsbedürftig geblieben.
Die örtliche Lage, Größe und Raumkonzept aber sind für uns optimal.
Das Objekt liegt freistehend im Außenbereich inmitten eines riesigen Ackers, wenige hundert Meter nördlich des Kulturkosmosgeländes. Über einen direkten Fuß- und Fahrradweg ist eine kurze Anbindung zum Kulturkosmosgelände geplant.
Neue Handlungsfelder für den Kulturkosmos
Neben der kulturellen Arbeit hat sich der Verein Kulturkosmos in den vergangenen Jahren auch dem Bereich der Jugendarbeit zugewandt. Auf dem Gelände finden in zunehmendem Maße Aktivitäten und Veranstaltungen statt, die der Jugendarbeit und Jugendhilfe zuzuordnen sind.
Dazu zählen u.a. regionale und internationale Jugendcamps, Sportveranstaltungen, Workshops in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit assoziierten Vereinen und Bildungsträgern.
Neben dem Verein besteht die Struktur des Kulturkosmos auch aus einer GmbH. Diese, ursprünglich vom Verein für Kauf und Verwaltung des Flugplatzgeländes gegründete Grundstücksverwaltungs- GmbH, will in Zukunft ihre Tätigkeit auf neue Felder ausweiten. Ihr Tätigkeitsbereich wird sich dann gezielt den Bereichen Freizeitpädagogik, Jugendbegegnung und außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung (insbesondere Projekten der politischen Bildung und sozialen Bildung) zuwenden. Die GmbH wird dazu die Gemeinnützigkeit beantragen.
Im Zusammenhang mit den neuen Handlungsfeldern der gemeinnützigen GmbH ergibt sich dann der zweite Bedeutungsstrang dieses neuen Projektes.
Seminar- und Tagungshaus
Als reines Gästehaus für den Kulturbetrieb des Vereins ist eine ganzjährige und regelmäßige Auslastung der entstehenden Räumlichkeiten nicht zu erwarten. Eine solche Auslastung ist jedoch die Voraussetzung, dass sich das Haus selbstständig tragen kann. Daher ist ein breiteres Nutzungskonzept geplant.
Wir wollen, im Zusammenhang mit der Neuorientierung der GmbH, in diesem Haus eine Begegnungsstätte für Jugendliche und Erwachsene schaffen. Durch unsere Aktivitäten, insbesondere durch das Fusion-Festival, ist in den vergangenen Jahren ein weit verzweigtes Netzwerk aus Initiativen, Vereinen, Fachkräften und Gruppen entstanden. Wir sind ein Netzwerk mit vielen Kooperationspartnern.
Wir denken, dass die Räumlichkeiten als Seminar- und Tagungshaus eine vielseitige Nutzung und flexible Gestaltung ermöglichen können.
Um Offenheit zu bewahren und Vielseitigkeit zu fördern, sollen verschiedene Varianten der Nutzung des Hauses bestehen. Hierzu zählen die Beherbergung von Jugendgruppen, sowie die Vergabe von Räumlichkeiten an Gruppen aller Altersstufen für die Durchführung von Tagungen, Seminaren und Workshops. Das Haus steht aber auch allen Gruppen offen, die einfach entspannt und kostengünstig mal ein Wochenende gemeinsam an einem schönen ruhigen Ort verbringen wollen um dort was auch immer zu tun.
Die räumlichen Belegungsmöglichkeiten des Gebäudes sind variabel. Neben einer Hausmeisterwohnung werden drei Wohneinheiten entstehen, mit je einem Wohn-/Seminarraum mit Kochgelegenheit und insgesamt 17 Schlafräumen. Diese können bedarfsgerecht und weitgehend flexibel den Wohn-/Seminarräumen zugeordnet werden. Somit entsteht Raum für kleine, mittlere und große Gruppen. Die geplante Bettenzahl liegt bei 34 und mit Aufbettung können bis zu 45 Schlafplätze angeboten werden. Ein zentraler Speisesaal mit Großküche und ein separater Sport- Seminarraum sowie ein zentraler Saunabereich sind Teile der Planung.
Umsetzung
Zuerst musste gemeinsam mit der Gemeinde und dem Landkreis geklärt werden, wie die baurechtliche Grundlage für die Sanierung und den Wiederaufbau zu schaffen ist. Danach musste das Haus erst mal mit einem neuen Dach versehen werden, um den weiteren Verfall zu stoppen. Dazu bekamen wir die Unterstützung des „FBS“, einer Vereinigung von reisenden Handwerksgesell_innen, die im Herbst 2009 in gemeinsamer ehrenamtlicher Arbeit dem Haus ein neues Dach gebaut haben.
Nachdem zwischenzeitlich auch die Baugenehmigung erteilt wurde, bauen wir nun fleißig und Stück für Stück an dieser neuen Baustelle. Wir haben dafür noch einmal 3 Handwerker aus der Region eingestellt, um das Haus soweit als möglich in Eigenleistung aufzubauen. Ohne Frage ist hier noch viel zu tun und wird auch noch viel Geld von Nöten sein aber so langsam sieht die Ruine schon wieder wie ein Haus aus und es geht voran.
Im Herbst 2010 haben wir darüber hinaus auch noch von „Axt und Kelle“, einem weiteren Handwerksschacht Unterstützung bekommen. Die „Kellis“ haben nun dort im Herbst mit über 30 Handwerksgesell_innen eine Soli- Baustelle veranstaltet, dabei ihr Jahrestreffen abgehalten und dem Projekt damit noch mal ordentlich Schub gegeben.
Damit sind die Rohbauarbeiten fast abgeschlossen und spätestens im Frühjahr 2011 kann mit der Installation von Heizung, Sanitär und Strom begonnen werden. Den bisherigen und weiteren Verlauf dieses Bauprojektes werden wir auf der Webseite anhand von aktuellen Infos und Photos dokumentieren. Die Fertigstellung des Projektes wird natürlich von den finanziellen Möglichkeiten des Vereins abhängig und somit können wir noch kein fixes Datum nennen.
Vor 2013 halten wir eine Nutzung des Hauses aber nicht für realistisch aber wenn es fertig ist, wird es ein ganz besonderer Ort und alle sind eingeladen, dieses Haus für ihre gruppenspezifischen Aktivitäten in verschiedenster Form zu nutzen.



